Singkreis

von Leo Grüner

Fast jedes Jahr im frühen Herbst geht der Singkreis St.Vinzenz auf Reisen. In den vergangenen Jahren wurden die norditalienische Region Friaul besucht und der Bodensee; diesmal war die Domstadt Speyer das Ziel. Wegen dichten Verkehrs und Staus zog sich die Anfahrt in die Länge, und es war schon dunkel, als wir unser Hotel neben dem sehenswerten Technik-Museum erreichten.

Der neue Tag war zunächst ganz der Bischofsstadt Speyer gewidmet. Uns war wohl bewusst,  dass öfters Speyerer Bischöfe nach München berufen wurden, so die späteren Kardinäle von Faulhaber, Wendel und Wetter. Der Vormittag begann mit einem ausführlichen Vortrag im ehrwürdigen romanischen Dom über seine Entstehungsgeschichte, über die mittelalterlichen Kaiser, die seinen Bau begründet und fortgeführt haben, die hier ihre Grabstätte haben. Wir erlebten die Größe, die Würde dieses mittelalterlichen Bauwerkes, seine wechselvolle Geschichte und seine Verfremdung und Entwürdigung durch französische Truppen  um 1800, aber auch seine Restaurierung durch den bayerischen König und seinen Baumeister Klenze.

Dann übernahm  uns ein kundiger und mitteilsamer Stadtführer. Mit ihm umrundeten wir das freistehende, von Bäumen eingefasste gewaltige Bauwerk und zogen dann durch die lebendige, freundliche Altstadt, die in den letzten Jahrzehnten einen enormen Aufschwung erlebte.

Der späte Nachmittag führte uns an die Pfälzer Weinstraße. Wir besuchten Bad Dürkheim, fuhren durch endlose Weingärten und Rebhänge, schauten vom Hambacher Schloss aus über die Rheinebene und landeten schließlich in Edenkoben mitten in einem Weinfest. Der ganze Umkreis war in der kleinen Stadt auf den Beinen, und es war gar nicht leicht in einem Lokal oder einem der Festzelte einen Platz zur einer zünftigen Pfälzer Brotzeit und einem guten Schoppen zu finden.

Den Sonntagsgottesdienst erlebten wir in der modernen Kirche der Pfarrei St. Konrad: der Pfarrer begrüßte uns Erdinger herzlich. Erst nach dem Gottesdienst stellte man sich zusammen, um einige Kanons und Lieder zur Ehre Gottes erklingen zu lassen.

Dann blieb noch Zeit zu flanieren in der sonnigen Altstadt.

Auf dem Heimweg gönnten wir uns noch ein Highlight, einen Abstecher nach Blaubeuren mit der beutenden Klosteranlage und dem berühmten Quelltopf, aus dem das Flüsschen Blau entspringt. Damit wurde unser schönes, erlebnisreiches Wochenende abgerundet.

Bilder vom Ausflug finden Sie hier: