Singkreis

Singkreisausflug auf die Fraueninsel

Von wunderbar mildem Wetter konnte der Singkreis St. Vinzenz am letzten Septemberwochenende bei seinem Jahresausflug auf die Fraueninsel im Chiemsee profitieren. Im akustisch angenehmen Konferenzraum des Klosters Frauenwörth lud Singkreisleiter Robert Grüner schon am Freitagabend zu einer ersten Probe, der im Laufe des Samstags zwei weitere folgten. Aber auch gemütliches Beisammensitzen und Spaziergänge über die Insel mit ihren hübschen Gärten, Ateliers und kleinen Gasthöfen kamen bei diesem Ausflug natürlich nicht zu kurz.

Das in den Proben erarbeitete Werk, eine der vielen Kantaten Dietrich Buxtehudes, führte der Chor mit seinem Dirigenten übrigens am folgenden Sonntag zum Patrozinium in der gutbesetzten Pfarrkirche auf.

Barbara Hubert

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von Leo Grüner

Fast jedes Jahr im frühen Herbst geht der Singkreis St.Vinzenz auf Reisen. In den vergangenen Jahren wurden die norditalienische Region Friaul besucht und der Bodensee; diesmal war die Domstadt Speyer das Ziel. Wegen dichten Verkehrs und Staus zog sich die Anfahrt in die Länge, und es war schon dunkel, als wir unser Hotel neben dem sehenswerten Technik-Museum erreichten.

Der neue Tag war zunächst ganz der Bischofsstadt Speyer gewidmet. Uns war wohl bewusst,  dass öfters Speyerer Bischöfe nach München berufen wurden, so die späteren Kardinäle von Faulhaber, Wendel und Wetter. Der Vormittag begann mit einem ausführlichen Vortrag im ehrwürdigen romanischen Dom über seine Entstehungsgeschichte, über die mittelalterlichen Kaiser, die seinen Bau begründet und fortgeführt haben, die hier ihre Grabstätte haben. Wir erlebten die Größe, die Würde dieses mittelalterlichen Bauwerkes, seine wechselvolle Geschichte und seine Verfremdung und Entwürdigung durch französische Truppen  um 1800, aber auch seine Restaurierung durch den bayerischen König und seinen Baumeister Klenze.

Dann übernahm  uns ein kundiger und mitteilsamer Stadtführer. Mit ihm umrundeten wir das freistehende, von Bäumen eingefasste gewaltige Bauwerk und zogen dann durch die lebendige, freundliche Altstadt, die in den letzten Jahrzehnten einen enormen Aufschwung erlebte.

Der späte Nachmittag führte uns an die Pfälzer Weinstraße. Wir besuchten Bad Dürkheim, fuhren durch endlose Weingärten und Rebhänge, schauten vom Hambacher Schloss aus über die Rheinebene und landeten schließlich in Edenkoben mitten in einem Weinfest. Der ganze Umkreis war in der kleinen Stadt auf den Beinen, und es war gar nicht leicht in einem Lokal oder einem der Festzelte einen Platz zur einer zünftigen Pfälzer Brotzeit und einem guten Schoppen zu finden.

Den Sonntagsgottesdienst erlebten wir in der modernen Kirche der Pfarrei St. Konrad: der Pfarrer begrüßte uns Erdinger herzlich. Erst nach dem Gottesdienst stellte man sich zusammen, um einige Kanons und Lieder zur Ehre Gottes erklingen zu lassen.

Dann blieb noch Zeit zu flanieren in der sonnigen Altstadt.

Auf dem Heimweg gönnten wir uns noch ein Highlight, einen Abstecher nach Blaubeuren mit der beutenden Klosteranlage und dem berühmten Quelltopf, aus dem das Flüsschen Blau entspringt. Damit wurde unser schönes, erlebnisreiches Wochenende abgerundet.

Bilder vom Ausflug finden Sie hier:

Romanhafte Geschichten und trockene wissenschaftliche Untersuchungen ranken sich um Mozarts Requiem. Ein hagerer Mann in grauer Kleidung, der für einen anonymen Auftraggeber bei Mozart eine Totenmesse bestellt. Der todkranke Mozart, der auf seinem letzten Krankenlager an diesem Requiem arbeitet - für den geheimnisvollen Besteller oder etwa, sein nahes Ende ahnend, für sich selbst? Dann das unvollendet gebliebene Werk, das von Mozarts Schüler Süßmayr zu Ende geschrieben wird. Musikwissenschaftler machen sich später über die Partitur her, um herauszufinden, welche Teile von Mozart stammen, welche Motive und Intervallsprünge in den Fugen Mozart tatsächlich selbst geschrieben hat und welche Abschnitte Süßmayr ergänzt hat.

Muß man dies alles wissen und im Kopf behalten, wenn man Mozarts Requiem heute hört und verstehen will? - Natürlich nicht! Denn die schiere Gewalt der Musik, der Ernst ihrer Aussage und die Unmittelbarkeit, mit der Mozart die Texte der Totenmesse musikalisch gestaltet, überwältigen auch den naiven Hörer, der sich um die legendenhaften Elemente, die dem Werk anhängen und es vielleicht sogar verdunkeln, nicht kümmert.

Von der Wirkung dieser Musik können sich die Erdinger Musikfreunde am 
Sonntag, 22. November 2009, um 18 Uhr in St. Vinzenz
ein Bild machen. Der Chor von St. Vinzenz, Mitglieder des Erdinger Kammerorchesters und Bläsersolisten aus München, sowie die Gesangssolisten Priska Eser (Sopran), Elisabeth Emme (Alt), Andreas Hirtreither (Tenor) und Wolfgang Krose (Bass) werden dann unter der Leitung von Robert Grüner das Werk aufführen. Frau Emme ist den Erdinger Hörern keine Unbekannte; sie hat in München und London Gesang studiert. Die anderen drei Solisten singen im Chor des Bayerischen Rundfunks und bedürfen als  Mitglieder dieses weltweit renommierten Ensembles keiner weiteren Empfehlung.

Eintrittskarten: Kinder bis 14 Jahre frei;  Erwachsene 14 €; Schüler/Studenten/Rentner 12 €.