Kirchenmusik

Wer kennt es nicht,
das 1973 erschienene Buch MOMO von Michael Ende mit dem Untertitel
„Die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte.

Hinter dem spannenden  Kinder- und Jugendroman steht eine tiefe menschliche Erkenntnis:

Wer leben will, der muss sich Zeit nehmen.

Und wer sich keine Zeit nimmt?
Anselm Grün schreibt: Wir schlagen die Zeit tot, um dem Tod nicht begegnen zu müssen.  
Man möchte die Zeit spüren, weil man mit der Zeit auch ihre Begrenztheit wahrnehmen würde.
Doch nur wer sich dem Tod stellt, wird die Zeit bewusst wahrnehmen und erleben.
Lebendige Zeit gelingt nur dem , der den Tod wahrnimmt. Tot wird die Zeit, wenn der Tod verdrängt wird.
Und weiter: Wenn die Zeit nicht mein Gegner ist, sondern mein Freund, dann werde ich die Zeit anders erleben.

Eben jener Satz bringt in der vorliegenden szenisch aufgeführten Teil-Fassung von MOMO die Bach-Kantate „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“ ins Spiel.  
Durch die Bezeichnung ACTUS TRAGICUS wird deutlich, dass diese Kantate anlässlich einer Trauerfeier um 1707 in Mühlhausen entstand.

Im Angesicht des Todes zu leben? Auch MOMO fragt im Roman nach dem Tod.
Und Meister Hora gibt zur Antwort:
Wenn die Menschen wüssten, was der Tod ist, dann hätten sie keine Angst mehr vor ihm.
Und wenn sie keine Angst mehr vor ihm hätten, dann könnte niemand ihnen mehr die Lebenszeit stehlen.

Der Roman und auch Bachs Trauerkantate laden ein, ganz in der Zeit zu sein – den Augenblick zu genießen.  
Die Szenen und auch die Musik vermitteln Sinnlichkeit und Lebensfreude.
Und das solange uns nicht irgendwelche GRAUE HERREN (oder unsere eigenen Gedanken) die Lebenszeit entziehen.

Die Absicht, Lebenszeit zu nehmen, um sie anschließend zweckgebunden aufzubewahren, ist nicht nur den GRAUEN HERREN in der Geschichte zu eigen.
Wir finden dieses Verhalten auch in unserem Geld- und Wirtschaftssystem.  Der Faktor Zeit ist hier fest verankert.
Ohne die Zeit wäre Zinswirtschaft und alle sich darauf beziehende Prozesse nicht denkbar.  
Wie konträr steht dieses „reine Zeitdenken“ zur „erfüllten Zeit“, wie wir sie in MOMO’s Denken und Handeln erkennen.

MOMO will uns Ohren und Augen öffnen, was sinnerfülltes Leben ausmacht:
Im Einklang mit Mensch und Natur zu leben - „einfach zu leben“.
„Einfach“ impliziert im tieferen Hinsehen keine Beschränkung unserer Gewohnheiten,
jedoch wohl die Erkenntnis, dass wir die Grenzen, die uns die Natur gibt auch anerkennen.

Das Erdbeben in Japan und die verheerende Reaktorkatastrophe von
Fukushima führt uns in eindeutiger Weise vor Augen, dass wir alle unsere Grenzen auf Kosten von Wirtschaftssystem (billige Energie),
Konsum und einer Fit-for-fun-Kultur meistens überschreiten. Die Geschichte Momo und Michael Ende’s Wirken in Japan, der Heimat seiner zweiten Ehefrau, hat einen engen Zusammenhang .

Für die Opfer jener Katastrophe wollen wir sammeln. Das Thema „Japan“ ist wohl aus dem Focus der Nachrichtensendungen verschwunden.
Jedoch bleibt das Schicksal der Menschen in den Krisenregionen über Jahre gezeichnet.
Wir danken Ihnen deshalb im Namen der Opfer (Spende geht an Cariats International Japan) herzlich für Ihre großzügige Spende.
Bilder der Aufführungen am 15. und 16. Oktober finden Sie hier: (Anzeige erfolgt in einem neuen Fenster)

Artikel in der Presse:



Ankündigung in "Hallo Erding":

20111012_Hallo_Erding_MOMO_web

Ankündigung in der Süddeutschen Zeitung vom 13. Oktober 2011:

20111013_SZ_Einladung_web

 

Im Erdinger Anzeiger vom 18. Oktober 2011 ist folgender Artikel :

20111018_EA_Bericht_web

 

Im Rahmen einer kleinen feierlichen Übergabe-Zeremonie überreichten die Mitwirkenden des Stückes "Momo - ein Actus tragicus" ihre erspielte Gage
sichtlich stolz als Spende an Caritas-International für die Opfer der Atomkatastrophe und Tsunami in Japan.
Es konnten bei den Aufführungen eine Summe von 2000 Euro erspielt werden.

Für die Spendenübergabe kleideten sich Schauspieler und Schauspielerinnen ein letztes Mal in ihre Kostüme wiesen mit den Dekorations-Uhren
auf die Zeit im Sinne des Stückes "Momo" hin.

20120215-Momo-Spende-HE

Ein weiterer Artikel ...


in der Süddeutschen Zeitung vom 14. Februar 2012:

20120214_Momo-Spende-SZ

 

Am 13. Juli 2012 findet im Pfarrzentrum St. Vinzenz die Klingende Nacht statt.

Auf welche spannenden, lustigen, unterhaltsamen, musikalischen  Programmpunkte Sie sich freuen können entnehmen Sie bitte der nachfolgenden Einladung

2012 Klingende Nacht Einladung.jpg

zur PDF-Ansicht /  Download des Flyer Klingende Nacht